Zieten-Schloss in Wustrau

Wanderungen durch Brandenburg – Die Grafschaft Ruppin (Teil 1)

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Auf und neben den Spuren von Theodor Fontane

Wustrau

Die Anreise

Ich komme mit einem Auto über die Ernst-Thälmann-Straße gefahren und parke in der Zietenstraße, schräg gegenüber der Kirche von Wustrau. Mein Weg führt mich zum in Richtung Südspitze des Ruppiner Sees gelegenen Schloss. Wir schreiben das Jahr 2020.

Theodor Fontane besuchte das Dorf in den Jahren 1859, 1861 und vermutlich nochmals 1864.

Das Zietenschloss in Wustrau

Das in seinen „Wanderungen“ beschriebene „Zietensche Herrenhaus“ (Zietenschloss) existiert noch. Es wurde im Laufe der Jahre baulich erweitert und ist heute Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie. Das bei Fontane beschriebene hohe Dach, die Fensterfront, die Rampe und das Wappen – alles ist noch vorhanden.

Störche in Wustrau

Dann geht es zurück durch den zwischen Schloss und Kirche angesiedelten öffentlichen Park. Auf einem hohen, schmalen Backsteinturm residiert dort seit Jahren eine Storchenfamilie, die immer wieder Zuschauer anlockt. Eine junge Frau aus Wustrau erzählt mir, vor ein paar Jahren habe allseits Aufregung im Dorf geherrscht: Es sei zu einen handfesten Streit unter Störchen gekommen. Ein dritter Storch hatte die Eier des angesiedelten Paares zerstört, was zu weithin hörbaren lautstarken Auseinandersetzungen führte. Den so alarmierten Einwohnern von Wustrau blieb am Ende nur die Trauer über den Verlust des erhofften Nachwuchses.

Bei meinem Besuch jetzt herrscht Frieden im Nest. Storchenkinder lassen sich allerdings nicht blicken.

Der Rotmilan von Wustrau

Laut wird es an diesem eigentlich stillen Ort dann trotzdem. In der Nähe der auch in den „Wanderungen“ beschriebenen Dorfkirche landet ein Rotmilan hoch oben in einem Baum. Lautstark verkündet er von dort aus minutenlang seine Botschaften. Nun hat er sich verausgabt, gibt auf und fliegt davon.

Grabstätte Friedrich Christian von Zieten

Ich wende mich der Kirche zu und gehe zur direkt dahinter gelegenen Grabstätte von Friedrich Christian von Zieten. Er war der „letzte Zieten aus der Linie Wustrau“, heißt es beim Dichter.

Grabstätte Friedrich Christian von Zieten in Wustrau

Die Rede ist vom Sohn des legendären Husarengenerals Hans Joachim von Zieten. Friedrich Christian hatte sich bereits lange vor seinem Tod das nun von mir in Augenschein genommene Hühnengrab errichten lassen. Er präsentierte dieses seinem preußischen König Friedrich Wilhelm IV bei dessen Besuch in Wustrau. Daran anknüpfend publiziert Fontane in seiner äußerst kritischen Würdigung des Landrats folgende Anekdote: „Der König wies auf eine Stelle des Riesenfelssteins und sagte: „Zieten, der Stein hat einen Fehler“, worauf der alte Herr erwiderte: „Der darunter liegen wird, hat noch mehr.““ – Mit etwas Phantasie lässt sich der Fehler im Stein noch heute ausmachen.

Hans Joachim von Zieten – Denkmal

Nun wende ich mich dem Vater, Hans Joachim von Zieten zu. Eine Nachbildung des Berliner Schadow-Denkmals vom Husarengeneral befindet sich im Pfarrgarten südlich der Dorfkirche direkt neben dem Brandenburg-Preußen Museum. Fontanes Kommentar zur Skulptur: „Dies übergeschlagene Bein, diese Hand am Kinn, als ob mal wieder ein lustiger Husarenstreich ersonnen und ausgeführt werden solle, das alles ist ganz im Charakter des Husarentums, aber durchaus nicht im Charakter Zietens, …“

Ein Platz für Tiere

Mit der Kamera in der Hand gehe ich die Zietenstraße entlang. Neben mir hält ein Auto. Der Fahrer spricht mich freundlich an und fragt, ob ich an Tipps für Tierfotografien in der Nähe interessiert sei. Na sicher! So fahre ich an die angegebene Stelle und bin begeistert. Absolute Ruhe. Füchse, Störche, Kraniche und Reiher präsentieren sich auf einer riesigen Wiese am Waldrand im Abendlicht.

Leider ist es schon spät und meine Rückreise steht an. So reichen Licht und Zeit nur für wenige Aufnahmen von Tieren in fast unberührter Natur.

Eines steht fest: Ich werde wiederkommen!

Kontakt

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